Mit dem richtigen Mitgründer durchstarten

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Mit dem richtigen Mitgründer durchstarten

Mit dem richtigen Mitgründer durchstarten

Wer an Gründer denkt, hat oft eine einzelne Person vor Augen. Jemand, der seiner Idee folgt und sich bemüht, seinen Traum zu verwirklichen. Eben allein. Aber das stimmt eigentlich gar nicht. Wirklich erfolgreiche Unternehmen sind oft von zwei oder mehr Personen gegründet. Das macht auch Sinn – meistens ist einer der Visionär und der andere der Praktiker. Manchmal steht nur einer im Rampenlicht und ist die bekannte Person. Aber in der Regel braucht man Teamgeist, um ein Startup erfolgreich aus der Taufe zu heben.

Oft ist es der allererste Fan oder Follower, der vom Kunden zum Mitarbeiter wird und dann auch zum Mitgründer. Und der Mitgründer trägt natürlich viel dazu bei, wie sich das frischgebackene Unternehmen entwickelt. Wenn er kreativ ist, tatkräftig, kritikfähig, also mehr oder weniger grossartig, dann trägt er dazu bei, ein Startup richtig zu pushen.

Aber ein fauler, unehrlicher oder inkompetenter Mitgründer kann umgekehrt auch die beste Idee versanden lassen.

Deshalb sollte man nicht einfach irgendwen ins Boot holen, sondern nur jemanden, der wirklich passt. Den richtigen Mitgründer finden, das ist schon eine Kunst!

Was Gründer gemeinsam haben sollten

Wie in jedem guten Team müssen auch Gründer Gemeinsamkeiten haben. Aber auch Unterschiede. Beides zusammen ist notwendig, soll das Unternehmen Erfolg haben.

Und das ist, worauf man achten sollte:

Die gleiche Vision – Gründer sollten ähnlich Anliegen haben. Sie sollten im Bereich der Intuition zusammenpassen und gleiche Vorstellungen dazu haben, wie sich ihr Startup und der dazugehörige Markt entwickeln werden. Wenn die Ideen nicht zueinander passen, geht es gemeinsam nicht lange gut.

Ähnliche Ziele – wenn einer auf nachhaltiges, langsames Wachstum setzt und der andere schnell Kasse machen will, passt es einfach nicht. Ganz wertfrei gesagt, und ohne hier von richtig und falsch zu reden, müssen einfach die Erwartungen an die Entwicklung der Firma übereinstimmen. Natürlich wissen Gründer ganz zu Anfang oft selbst nicht, wohin die Reise geht, aber wenn man zumindest im Ansatz übereinstimmt, ist das eine gute Idee.

Kompatible Prioritäten – was das Engagement in der Firma angeht, sollte man sich einig sein. Was kommt zuerst? Die Firma? Die Familie? Wollen wir das Unternehmen graduell aufbauen, oder einfach eine gute Idee schnell umsetzen und dann profitabel verkaufen? Und wie lange soll die Startphase dauern? Auch sollten die Erwartungen an die Zukunft möglichst zueinander passen.

Worin sich Gründer unterscheiden sollten

Bei einigen Dingen sind Unterschiede durchaus wünschenswert. Ein Startup profitiert von unterschiedlichen Kompetenzen, Perspektiven und Persönlichkeitsmerkmalen.

Besonders wichtig sind Unterschiede auf den folgenden Gebieten:

Unterschiedliche Expertise –  jedes Startup braucht mindestens eine Person, die sich um die Herstellung kümmert, und jemanden, der verkauft. Gründer müssen sich hier ergänzen, um eine wirklich gute Firma aufzubauen.

Unterschiedliche Orientierung – neben den Detail-Kümmerern müssen auch diejenigen stehen, die das grosse Ganze sehen. Ein wirklich erfolgreiches Startup braucht beides!

Unterschiedliche Blickwinkel – je diverser die Perspektiven, umso besser. So profitiert das Startup von den Blickwinkeln von Jung gegen Alt, Reich gegen Arm, Mann gegen Frau, Stadt gegen Land, Produktion gegen Verkauf, usw.

Perlen der Weisheit für Gründer

Die Auswahl eines Mitgründers ist immer auch ein Risiko – ihn wieder loszuwerden, kann nämlich schwierig und zeitaufwendig sein. In gewisser Hinsicht ist es ähnlich wie bei der Auswahl des Ehepartners – Scheidungsrisiko inklusive. Deshalb sollte man einiges beachten.

Nichts übers Knie brechen! Vielleicht arbeitet man über Jahre oder Jahrzehnte zusammen, daher sollte man bei der Auswahl so überlegt zuwege gehen, als wolle man heiraten. Und genau wie bei der Eheschliessung ist etwas zu spät auf jeden Fall besser als zu früh. Nichts übereilen, denn die „Scheidung“ ist problematisch.

Leute nicht aus Finanzierungsgründen ins Boot holen! Jeder einzelne Mitarbeiter sollte das Startup stärken und zu seinem Erfolg beitragen. Die Kardinalfrage ist hier: Würden wir diese Person reinnehmen, wenn wir kein Geld brauchen? Alles weitere erübrigt sich.

Das Beste hoffen und für das Schlimmste planen. Gründer verkrachen sich. Das kommt nicht selten vor. Deshalb sollte man alle Vorbereitungen treffen, dass im Ernstfall das Unternehmen nicht auseinanderbricht, etwa weil einer der Beteiligten zu viel Eigenkapital herauszieht.

Der Supermarkt-Spontantest

Um mit einem praktischen Tipp für das Bauchgefühl abzuschliessen, kann man Gründern folgenden Rat geben. Angenommen, man ist in einem Supermarkt und sieht die Person, die man als Mitgründer in Erwägung zieht, wird aber selbst nicht gesehen. Was ist die spontane Reaktion?

Schnell hingehen und hallo sagen? Einfach abwarten, ob man sich in den Gängen trifft? Oder den Laden verlassen?

Wer nicht ganz spontan hinrennt, um seinen potentiellen Mitgründer zu begrüssen, sollte die Sache einfach vergessen. Wer ein Unternehmen gründet, geht die zweitwichtigste Beziehung seines Lebens ein. Deshalb – gut überlegen, langsam angehen lassen und natürlich: es dann auch tun!

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